Ein Brauereigebäude für den Ort entstand 1893. Besitzer war Herr Albert Koilpflug, der dieses bis 1908 betrieb. Am 14.07.1909 wurde das Gebäude von Herrn Friedrich Karl Köstner gekauft und in eine Molkerei umgebaut. Ab dem 23.12.1919 war der neue Besitzer dieser Molkerei Herr Max Paul Schulz, der diese bis 1936 betrieb. Später gab es dann nur noch einen Butterverkauf, weil die Milch von den Bauern in die Molkerei nach Burkau geliefert werden musste. 1961 wurde in diesem Gebäude der Kindergarten eingerichtet, wo er bis 1992 blieb.

Bahnhofswirtschaft1902 trat ein wichtiges Ereignis für Schönbrunn ein. Das Dorf wurde durch den Bau der Bahnlinie Bischofswerda - Kamenz an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1900 wurde die mehrere Jahre zuvor projektierte und bereits fertig abgesteckte Fluchtlinie der Eisenbahnstrecke Bischofswerda - Elstra vom Eisenbahnstaatsfiskus zum Bau freigegeben. In Schönbrunn musste ein neuer Landweg zu dem etwas abseits gelegenen Bahnhof gebaut werden. 1902 konnte die gesamte Linie fertiggestellt werden, so dass zur Einweihung am 14. Mai 1902 ein Weihezug, geschmückt mit Girlanden und Kränzen, die erste Fahrt unternehmen konnte, an welcher besonders Behörden und Gemeindevertreter teilnahmen. Ein Festakt mit Tafel für die Teilnehmer beschloss die Feier im Saale des Bahnhofsgebäudes zu Bischofswerda. Bemerkt sei noch, dass die Strecke Kamenz - Elstra bereits einige Jahre in Betrieb war. Am 12.02.1968 wurde der Bahnverkehr Bischofswerda - Burkau wieder eingestellt. Kurze Zeit später, am 29.12.1968, auch der Streckenabschnitt Burkau - Kamenz. Von dieser Zeit gab es nur noch Güterverkehr vom Steinbruch Kindisch nach Kamenz.

1910 wurde die Gemeinde Meißner Seite und Lausitzer Seite an das städtische Elektrizitätswerk Bautzen, mit gleichzeitiger Einrichtung der elektrischen Straßenbeleuchtung, angeschlossen. 1914 wurden die traulichen Petroleumlampen durch das elektrische Licht abgelöst.
Die Leitung der Gemeindeverwaltung hatte von 1919 bis 1945 der Bürgermeister Herr Theodor Huste inne.
Der 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 forderte zehn Opfer aus der Gemeinde Schönbrunn.

ErbgerichtAm 01.02.1935 wurden die Bürger von Kynitzsch zu einer Gemeindeversammlung nach Schönbrunn Lausitzer Seite eingeladen. Tagesordnung war die Vereinigung der Gemeinden Schönbrunn Lausitzer Seite, Meißner Seite und Kynitzsch. Das Vereinigungsortsgesetz wurde von den Kynitzscher Bürgern mit 14-Ja- und 9-Nein-Stimmen angenommen. Die Nein-Stimmen sprachen sich für eine Vereinigung mit Demitz-Thumitz aus. Es blieb jedoch bei der Beschlussfassung für Schönbrunn.

Schreyers GaststätteAm 1. April 1935 wurde in der Gaststätte Schreyer in Neu-Schönbrunn der Einigungsvertrag unterschrieben, der die Ortsteile Kynitzsch mit Schliefermühle und Schönbrunn Meißner Seite nach Schönbrunn Lausitzer Seite eingemeindete. Seit diesem Tag heißt der Ort Schönbrunn / Lausitz.