Schönbrunn gliederte sich früher in zwei Gemeinden. Nämlich: Schönbrunn mit Neu-Schönbrunn (Lausitzer Seite) mit über 500 Einwohnern und Schönbrunn (Meißner Seite) mit über 100 Einwohnern. Jeder Ort hatte seine eigene Gemeindeverwaltung. Die zuständige Gendarmeriestation war in Burkau. Während die evangelischen Einwohner nach Pohla in die Kirche gehen, besuchen die Katholiken den Gottesdienst in Ostro. Die Bevölkerung in Schönbrunn setzte sich hauptsächlich aus Landwirten, Steinbrucharbeitern und Gewerbetreibenden zusammen. Ein Molkereibetrieb und eine Zigarrenfabrikation boten Verdienstmöglichkeiten.

FeuersbrunstEin schwarzer Tag für die Gemeinde war der 28. Juni 1857. Der Ort war schon oft von Feuersbrünsten heimgesucht worden. Folgende Notiz ist darüber in der Chronik der königl. sächs. Stadt Bischofswerda nachzulesen: "Am 28. Juni nachmittags in der dritten Stunde ging in dem benachbartem Dorfe Schönbrunn, das schon öfter von Brandunglück heimgesucht worden ist, abermals ein Schadenfeuer aus, wodurch bei der damaligen Dürre und dem an diesem Tage herrschenden starken Winde binnen einer halben Stunde fünf Gartennahrungen und drei Scheunen total zerstört wurden."

Die Schönbrunner Friedenseiche von 1871

Nachdem der mit Frankreich geführte Krieg von 1870/71 beendet war, fand auf Anregung des Pohlaer Pfarrers Jentsch eine Friedensveranstaltung statt, an der sich alle Orte der Kirchgemeinde beteiligten. Zum Tag des Festes wurde der 6. August 1871 bestimmt. In der Gemeinde Schönbrunn trafen sich zunächst die Teilnehmer mit dem Gemeindevorstand und den Abgeordneten vor dem Schreierschen Erbgericht,Friedenseiche um dann im festlichen Zug mit Fahnen und Musik im Gehöft an der Straßenkreuzung nach Burkau ankommend, die dort eingetroffenen 23 Soldaten mit einer Ansprache des Gemeindevorstandes zu begrüßen. Gemeinsam begab sich der Festzug in die Dorfmitte zum Spritzenhaus, wo die Friedenseiche gepflanzt wurde. Die Eiche war zuvor von einem Halbbauern mit einem Vierpferdegespann zur Pflanzstelle gebracht worden. Der Baum stammte aus dem Eichberg in unmittelbarer Nähe der Straße nach Schönbrunn und wurde zu diesem festlichen Anlass vom Waldbesitzer geschenkt. Nach der Pflanzung sprach der Bauerngutsbesitzer zu dem Ereignis und die Teilnehmer sangen mit musikalischer Begleitung "Nun danket alle Gott". Danach begab sich der Festzug vor die Pohlaer Kirche, um sich dort mit den anderen Festteilnehmern aus Pohla und Stacha zu treffen. Nach der Begrüßung durch den Pfarrer fand ein eindrucksvoller Gottesdienst in der Kirche statt. Die Schönbrunner begaben sich dann in das Schreiersche Erbgericht, wo ein Gastmahl eingenommen wurde. Jung und Alt vergnügten sich noch bis in die Abendstunden.

Nach Aufzeichnungen von Theodor Huste, Bürgermeister von Schönbrunn (1920 - 1945)

1885 wurde die Dorfstraße von Schönbrunn nach Taschendorf und Uhyst, die bis dahin nur als Fahrweg vorhanden war, auf sechs Meter Breite ausgebaut. Ebenfalls wurde die neue Straße nach Burkau gebaut, die über den Sandberg durch den Wald nach Mittelburkau führt.Strassenbau Die neue Straße konnte noch Ende des Jahres 1885 eingeweiht und dem öffentlichen Fahrverkehr übergeben werden. Die frühere alte Burkauer Straße, die über den Marienberg führte, wurde dem öffentlichen Verkehr entzogen und verblieb nur noch den Grundstücksanliegern als Zufahrtsweg offen.
Im selben Jahr wurde auch mit dem Bau einer neuen Straße vom Ortsausgang in Richtung Bischofswerda begonnen. Über deren Fertigstellung gibt es in der Chronik keine Angaben.