Die Reformation hielt schon kurz nach 1550 in der Pohlaer Kirche ihren Einzug. Bereits 1554 wurde hier der erste protestantische Geistliche Georg Stuhlschreiber in sein Amt eingeführt. Das Kirchenpatronat von Pohla stellte die Schirmherschaft des jeweiligen Adelsherrn über die Kirche dar, dessen Landsitz das Waldhufendorf Pohla (1276), die Waldhufen Schönbrunn und Kynitzsch (1554), das Erbgut Stacha (1811) und einer Gemarkungsgröße von 335 ha umfasste.

Im Jahre 1556 begann sich der Besitzstand der Lausitzer Linie des uralten Adelsgeschlechts der Herren von Ponickau über das Kirchspiel Pohla auszudehnen. Genau am Heiligen Dreiköningstag, dem 6. Januar kaufte der Adelsherr Wolff von Ponikau (1506 - 1580) auf Elstra für 5000 Taler die Dörfer Pohla und Schönbrunn, nachdem es vorher seinen Verwandten gehört hatte. Er nahm unter den Oberlausitzer Adligen eine besondere Stellung ein, denn er war der Vorsitzende des ganzen Oberlausitzer Adels zwischen den Orten Pulsnitz und Löbau und auch Landesältester. Bald darauf gingen die Orte Schönbrunn und Pohla in den Besitz eines anderen Vertreters dieses Adelsgeschlechts über. Es war Herr Johann Georg von Ponikau (1614 - 1675), dem 1635 unter anderem auch die halbe Hütung auf den Schönbornischen Priften gehörte. Nach dessen Tode kam sein zweiter Sohn in Frage, welche den gesamten Besitz für 6500 Taler an seinen Vetter Herrn Johann von Ponickau (1644 -1699) Herr auf Belgershain und Schönbrunn, verkaufte.

In der "Chronik der königl. sächs. Stadt Bischofswerda" ist zum Amtswechsel von Stolpen nach Bischofswerda am 24. Juni 1559 im Anhang der Urkunde Folgendes zu den Verpflichtungen und Obliegenheiten zu lesen: "Zu den Heerfahrtszügen (Kriegszügen) waren nach Herkommen von Bischofswerda zu stellen 25 Mann. Geißmannsdorf hatte 29, Schönbrunn, Bischofswerdaer Antheil 2, Taupitz 6, Kynizsch 5, Pickau 4 "beseßener Mann", d. h. ansässige Männer."
Einen weiteren Vermerk über Schönbrunn finden wir in dem Buch, in dem es um Verhandlungen zwischen Böhmen und Sachsen geht: "Im Jahre 1612 den 6. Juni wurde in Schönbrunn zwischen den königl. böhmisch und kurfürstlich sächsischen Kommissaren wegen der streitigen Grenzen, der Viehtrift, der Hutung beiderseitiger Unterthanen, der ungetrennten Gemeindebeschwerungen, des Fastnachtbiers, des Bierschanks, der Lob- und Geburtsbriefe verabhandelt."

KriegEs war damals eine schwere Zeit für die Oberlausitz, denn Kriege überzogen das Land. Die Kriegsscharen des Kurfürsten Georg des I. kamen, um sie für diesen zu erobern. Nicht weit von Schönbrunn führte durch Bischofswerda die Straße von Dresden, die in Bautzen endete. So war es kein Wunder, dass die Soldaten auch die Gegend von Schönbrunn und Pohla heimsuchten. Der Zweck des Krieges war, die dem Winterkönig zugeteilte Oberlausitz wieder zum Gehorsam an den angestammten Herren zurückzuführen. Es lag aber nicht im Sinne des Kurfürsten, dass in den Gemeinden Schönbrunn und Pohla von seinen Soldaten geplündert wurde. Er wollte Manneszucht halten und gebot deshalb den Händen (Verwaltungen) eine Liste der entstandenen Kriegsschäden aufzustellen und nach Dresden eine umfangreiche Beschwerdeschrift zu senden, welche der damalige Besitzer von Pohla und Schönbrunn Hans Jacob von Ponikau und der Pfarrer Abraham Probst am 28. August 1620 wegen der Plünderungen aufgestellt hatten.